DER FEIGE HOCHSTAND

Object

Stahl, pulverbeschichtet
120x120x450cm
2018

Ein Hochstand, der scheinbar in die Knie geht. Aus einem Symbol für Kontrolle und Überlegenheit wird durch einen geringfügigen formalen Eingriff eine ängstliche Erscheinung und wirft die Frage auf: Wie stabil sind unsere Verhältnisse wirklich?
 

Der Wald

"Ich ging im Walde so vor mich hin. Und nichts zu suchen, Das war mein Sinn" (Goethe). Freies Hineingehen ins Unbekannte. Sich hingeben in der gelösten Bereitschaft zu finden, sich zu finden, bereit für Wahrheiten, Erkenntnisse. Der Wald als Symbol der meist nur mehr im Urlaub gewünschten ursprünglichen Natur. Der Wald, der uns so häufig im Märchen begegnet. Jenseits des Bewussten steht er für das Unbewusste. Er ist beseelt von Phantasiegebilden. Im Wald erscheinen die Gerüche intensiver. Wir fühlen uns erfrischt und gekräftigt. Im Märchen entwickelt sich der Held nur weiter, wenn er in den Wald hineingeht. Wenn er es wagt die Schwelle hin zum natürlich - animalischen Urgrund zu überschreiten. Wenn er seine Trennungsängste überwindet, indem er gesicherten Boden verlässt. Das Kind begegnet seiner Innerlichkeit, seinen Gefühlen und Gelüsten in Form von Feen, Zwergen, Gefahren und archetypischen Fabelwesen. Als Erwachsene entdecken wir, dass das Ding das Ding ist. Der Wald ist nur noch ein konkreter Wald. Ohne Leidenschaften. Die Schwelle zum Unbewussten scheint verborgen. In der Auseinandersetzung mit der Kunst von Marbod Fritsch haben wir nun die Chance des Nachspürens. Des assoziativen Hineingehens. Vielleicht begegnen wir wieder der Symbol - und Phantasiewelt, der lebendigen Waldwelt?

Auszug aus einem Text über Marbod Fritsch von Walter König